Geschichte

Geschichte und Entwicklung des Vereins Der Zimmerstutzen-Verein wurde im Jahr 1913 von Adam Goller, Georg Kaiser, Adam Fickenscher, Max Schneider und Nikol Wilfert gegründet.

100 Jahre ... ...sind eine lange Zeit. Aus der frühen Vereinsgeschichte hat schriftlich leider nichts diese Zeit überdauert.

Bekannt ist, dass nur in dieser, aus heutiger Sicht „ersten Zeit“ mit Zimmerstutzen und Kleinkaliber geschossen wurde. Im Wald heute nur noch zu erahnen, lag der damalige Schießstand schräg jenseits der Straße, Richtung Selbitz. Die Gründung des Vereins fand zeitgleich mit der Einweihung der Gastwirtschaft Schneider in Wachholderbusch statt. Schon ein Jahr nach der Gründung wurde das Vereinsleben durch den 1. Weltkrieg unterbrochen, im  2. Weltkrieg kam es vollständig zum Erliegen und danach waren Schützenvereine erst einmal verboten.

Der erste Eintrag im Protokoll-Buch von 1951 lautet: „Auf vielseitigen Wunsch wurde seitens neuer und alter Mitglieder der seit 1913 bestehende Zimmerstutzen-Verein, der durch den Krieg 1939-1945 in seiner sportlichen Ausübung behindert war, am 9. Dezember 1951 wieder ins Leben gerufen.“ In der Reihenfolge namentlich genannt sind 15 Gründungsmitglieder: 

Max Schneider, Adam Kießling, Adam Fickenscher, Hans Hörl, Andreas Kaiser, Max Pöhlmann, Gerhard Fickenscher, Werner Kießling, Walter Kießling, Alfred Groß, Horst Zech, Herbert Richter, Georg Frank, Erich Schneider und Manfred Schneider.

Die erste Vorstandssitzung fand am 16. Dezember 1951 in der Gastwirtschaft Schneider statt, die bis zu ihrer Schließung 1986 das Vereinslokal des neuen alten „Buscher“ Schützenvereines bleiben sollte. Alle Gründungsmitglieder von 1913 wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt, das erste Übungsschießen auf den 26. Dezember 1951 festgelegt.

Im Sommer 1952 hatte der Verein bereits 37 Mitglieder. Die Aufnahmegebühr betrug 1 DM, der monatliche Beitrag 20 Pfennige. Sportliches Schießen war nur mit Luftdruck-Waffen erlaubt. Der Mangel der Nachkriegszeit musste durch Fantasie und Eigenleistung ausgeglichen werden. Trainiert wurde im Saal der Gastwirtschaft mit selbst gezimmerten Dreh-Schießständen. Weil der Holzfußboden federte und so manchen Schuss daneben gehen ließ, wurde in den Sommermonaten für jedes Schießen im Garten ein kleines Zelt aufgebaut. Ausgeliehene Bretter von landwirtschaftlichen Truhenwagen dienten dabei als Schutzwand. Schützenausflug 1952 v.l. Gerhard Fickenscher, Hilmar Bauer, Walter Kießling. Fotograf: Alfred Groß Bau der Dreh-Schießstände 1952 v.l. Alfred Groß, Walter Kießling, Gerhard Fickenscher

Man trat dem Bayerischen Sport-Schützenbund bei, das erste Preisschießen wurde veranstaltet und ein vereinseigenes Luftgewehr angeschafft. Die erste Schützenkleidung war eine schwarze Trachtenjacke mit Edelweiss und wie ein altes Foto beweist, machten 4 Mitglieder einen ersten Schützenausflug ins nahe gelegene Höllental.

Die folgenden Jahrzehnte bescherten dem Verein eine steile Entwicklung. Besonders die Schützenmeister von 1951-1967 Walter Kießling, 1975-1996 Gunther Beyerlein und 1996-2004 Markus Schiller prägten das sportliche Vereinsgeschehen im Luftgewehrbereich maßgeblich.

Werbe-Wochen, Vereins-, Haupt- und Preisschießen wurden durchgeführt und auswärtige Pokal- und Vergleichsschießen besucht. Bei den Festumzügen in Neuhaus, Rodesgrün, Weidesgrün, Hüttung, Rothenbürg und Selbitz war regelmäßig eine Abordnung aus Wachholderbusch dabei. Auch heute ist der jährliche Festumzug zum Selbitzer Wiesenfest noch Teil unseres Kalenders.

Das gesellschaftliche Vereinsleben war in vollem Gang und die Feste damals laut Zeitzeugen „wilder“ und viel besser besucht als heute. Es wurden Kappenabende, Faschingstänze, Kaffekränzchen, Maifeiern, Vereinsausflüge, Sommer- und Weinfeste, Kirchweih, Altenweihnachts- und Silvesterfeiern veranstaltet. Das Schwein für Sauschießen und Königsfeier wurde noch selbst gefüttert und geschlachtet, Mitglieder und Wachholderbuscher Dorfbewohner richteten gemeinsam „bei den Schneiders“ alle Feste selbst aus.

Mit den Jahren veränderte sich die Arbeitswelt, neue Freizeitaktivitäten entstanden und das Vereinsleben bekam die Veränderungen zu spüren. Weil der 

Verein immer weniger aktive Luftgewehrschützen und  -schützinnen hatte, trat man 2005 aus der Pokalvereinigung Frankenwald aus und 2010 war die Luftgewehr-Ära vorbei. 

Der eigentliche Schwerpunkt im Vereinsleben liegt nun im Bereich des sportlichen Trap-Schießens und einige traditionelle Feste im Jahreskreis werden immer noch gefeiert.  

1961 wurde der Bau eines eigenen Vereinsheimes beschlossen. Unterhalb der Gaststätte entstand an der Rückseite des Wohnhauses der Familie Max Schneider ein Vereinsraum, von dem aus in einen mit Brettern umschlossenen Freistand geschossen wurde. Jahre später wurden diese Bretterwände durch Mauerwerk ersetzt und weitere Umbauten vorgenommen.

Im Juli 1963 fand im Rahmen der 50-Jahr-Feier mit Hauptschießen und Festumzug die Fahnenweihe auf dem Platz vor der Schule in Neuhaus statt, zu dessen Gemeinde Wachholderbusch bis zur Eingemeindung nach Selbitz gehörte. Als Patenverein stellte sich die ZST SG Selbitz zur Verfügung, die Vereinsfahne wurde von der 1963, 50-Jahr-Feier, Vereine auf dem Weg zum Festgottesdienst

1963, 50-Jahr-Feier, Festgottestdienst vor der Schule in Neuhaus

Firma Wilhelm Heibl aus Neuhaus gestiftet. Gefeiert wurde im Festzelt in Wachholderbusch. 1966 übernahm der ZiStV Wachholderbusch seinerseits die Patenschaft für die ZSG Hüttung.

Ebenfalls 1963 war mit dem Bau einer einfachen Tontaubenanlage begonnen worden, deren Fertigstellung aber aus Zeit- und Kostengründen noch Jahre stagnieren sollte. Erst 1967 nahm man den Bau der Tontaubenanlage durch die Initiative von Erwin Schott, Jäger und Vereinsmitglied aus Selbitz, wieder in Angriff. Nach ihrer Fertigstellung im Frühjahr 1969 veranstaltete die Kreisjägerschaft Naila ein „Eröffnungsschießen“ und nutzte die Anlage in den folgenden Jahren regelmäßig und intensiv zum jagdlichen Tontaubenschießen. Ab und an schossen auch Mitglieder der Bundeswehr Naila und hier stationierte Amerikaner auf der Anlage. In dieser Zeit wurden die Scheiben noch mit einem so genannten Handspanner geworfen. 1971 regte Erwin Schott die Bildung einer Tontaubengruppe im Verein an. 1972 wurde ein Halbautomat angeschafft und zum ersten Mal auch sportlich Trap geschossen. Im Rahmen des jährlichen Sommerfestes fand der erste Wettkampf statt, den Hans Rödter gewann. 1973 nahmen Wachholderbuscher Trapschützen erstmals an der Bezirksmeisterschaft in Tambach b. Coburg teil und qualifizierten sich zur Bayerischen Meisterschaft. 1974 wurde die erste Gau- und Bezirksmeisterschaft Trap in Wachholderbusch ausgetragen, sowie ein zweitägiges Pokalschießen der Kreisgruppen Naila und Hof des Bayerischen Landesjagdverbandes. Einige Trap-Schützen nahmen in Pfarrkirchen an einem Lehrgang bei Weltmeister und Olympiasieger Konrad (Conny) Wirnhier teil. 1975 kaufte man einen Turbulenz-Automaten, um auch weiterhin konkurrenzfähig zu sein. Die meisten auswärtigen Stände hatten bereits auf „Turbulenzer“ umgestellt. Gunther Beyerlein und Horst Freier übernahmen den Transport der Maschine. 1976 kam die erste Abruf-Anlage dazu. Im April 1978 besuchte Olympia-Sieger Conny Wirnhier unseren Verein und gab Trainings-Tipps vor Ort. Die Überdachung der einzelnen Wurfscheibenstände folgte. 

Ende 1979 verließ eine Gruppe von Trap-Schützen den Verein. 1980 übernahm Hans Rödter die Leitung des Trapschießens und von 1984-1992 auch das Amt des Schützenmeisters Trap. Zusammen mit der neuen Vorstandschaft unter Bernhard Müller ab 1987 lebte das Trapschießen im Verein mit neuen und alten Mitgliedern wieder auf. Seitdem waren Aufstieg und Erfolg der Wachholderbuscher Trapschützen und -schützinnen nicht mehr aufzuhalten.

1986 schlossen Erich und „Linda“ Sieglinde Schneider ihre Gastwirtschaft für immer und der Verein hatte kein Vereinslokal mehr. Das bestehende Vereinsheim musste deshalb um einen Küchen- und WC-Anbau erweitert und ein Neuanfang gemacht werden. In diesem Zusammenhang wurde der Luftgewehrstand renoviert und fortan auch für größere Festveranstaltungen genutzt. 1990 kamen 5 neue Seilzuganlagen dazu.

Im Frühjahr 1988 fand die erste Königsfeier in unserem Vereinsheim statt. Das 75-jährige Vereinsjubiläum im Sommer feierten wir im Festzelt auf dem Gelände mit Festpro

gramm und einem Jubiläums-Trapschießen, an dem die damals führenden oberfränkischen Mannschaften aus Rehau-Selb, Einberg bei Coburg und Wachholderbusch teilnahmen.

Unser Bild zeigt die besten Teilnehmer v.l. Günther Scheler (Einberg), Kurt Kirsten (Einberg) Roland Richter, Vorsitzender Bernhard Müller, Hans Rödter (alle Wachholderbusch), Rudi Böhme (Rehau-Selb), Jürgen Niebelschütz (Wachholderbusch) und Thomas Gläsel (Rehau-Selb).

Seit 1999 ist der Zimmerstutzenverein Wachholderbusch Eigentümer der Grundstücke, auf denen sich Vereinsheim und Wurfscheibenstand befinden, sowie eines Teiles des angrenzenden Landschaftschutzgebietes. Bis dahin waren die Flächen im Besitz der Familie Schneider.

An dieser Stelle ein großes „Dankeschön“ an Familie Schneider, deren Gastwirtschaft und Gelände seit 1913 dem „Buscher“ Schützenverein Heimat war. Von 1969 bis zu seinem Tod im Jahr 2007 war Erich Schneider 3. Vorstand unseres Vereines. Bis heute pflegen wir mit „Linda“ und seiner Tochter Renate ein sehr gutes nachbarschaftliches Verhältnis.

Im Herbst 2008 fand das letzte Turnier auf der in die Jahre gekommenen Wurfscheibenanlage statt. Maschineller Verschleiß und baulicher Verfall waren auch durch ständigen Arbeitseinsatz nicht mehr aufzuhalten. Unter Vorstand Manfred Günther wurde deshalb die Generalsanierung in Angriff genommen. Beim ersten Schießen im März 2009 standen alle noch auf einer Baustelle und im Sommer erstrahlte die Anlage Dank großem ehrenamtlichen Einsatz einiger Mitglieder bereits in neuem Glanz.

Unser Vereinsheim im Wandel 1979 blieben nach dem Abriss des alten Wohnhauses der Familie Max Schneider der Vereinsraum und Freischießstand bestehen. 1980 wurde ein Aufenthalts-, Gewehr- und Abstellraum angebaut und der bisherige Vereinsraum zum Luftgewehrstand umfunktioniert. Damit standen nun 10 Freistände und 5 innenliegende Luftgewehrstände zur Verfügung. Mit dem Küchen- und WC-Anbau 1987 erhielt das Vereinsheim sein heutiges Aussehen. 2010 wurde der nicht mehr benötigte Luftgewehr-Freistand in einen „Vereins-Biergarten“ umgestaltet, um die Sommermonate windgeschützt im Freien genießen zu können.  

Auch die Entwicklung der Mitgliederzahlen spiegelt den Lauf der Zeit. Von der Wiedergründung bis 1979 stieg die Zahl der Mitglieder kontinuierlich auf 130, dagegen waren es 1986 nur noch 102. Mit 173 Mitgliedern hatte der Verein im Jahr 1995 die meisten Mitglieder seiner Geschichte.

Der Verein heute Im Jubiläumsjahr 2013 hat unser Verein 133 Mitglieder und ist sportlich sehr gut aufgestellt. Schießanlage und Vereinsheim wurden im Lauf der Jahre in ehrenamtlicher Eigenleistung ständig renoviert und durch Neuanschaffung von Ausstattung und Ausrüstung auf den neuesten Stand gebracht. 

Unser guter Geist Renate Günther sorgt im Vereinsheim seit Jahren ehrenamtlich für das leibliche Wohl.

In Wachholderbusch befindet sich heute der einzige olympische Wurfscheibenstand im Schützenbezirk Oberfranken. Schwerpunkt ist Wurfscheibe Trap sportlich, auch Doppeltrap wäre möglich. Durch die Nähe zur Autobahn-Anschlussstelle Selbitz/Naila der A 9 und die B 173 sind wir aus allen Richtungen gut zu erreichen.

Seit Jahrzehnten finden bei uns Gau-, Oberfränkische Meisterschaften und Pokalschießen des BSSB statt. Unsere offenen Wettkämpfe nach Richtlinien des DSB besuchen Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus dem Bundesgebiet und Nachbarländern. Der jährliche „Große Preis von Wachholderbusch“ hat in Trap-Kreisen einen sehr guten Ruf und ist immer recht schnell ausgebucht. 

Jungjägerausbildungen und andere Veranstaltungen des Bayerischen Jagdverbandes werden bei uns ebenfalls durchgeführt.

Dass sich unser Verein im Wandel nicht immer einfacher Zeiten auch nach 100 Jahren noch auf einem guten Weg befindet, macht uns mit Recht stolz. Wir haben sportliche Erfolge, unsere schöne Anlage und ein aktives Vereinsleben.

Allen in Vergangenheit und Gegenwart daran Beteiligten gebührt deshalb ein herzliches „Dankeschön“ verbunden mit der Bitte an die uns Nachfolgenden: „Weiter so und immer Gut Schuss!

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